Die Woche in den Nachrichten zu Datenschutzverletzungen

Diese Woche: Ein Cyberangriff legt Callcenter für Lebensmittelbeihilfen in sechs Bundesstaaten lahm, Kriminelle dringen in das kanadische Unterhaus ein und wir werfen einen genauen Blick auf eine neue Sicherheitslücke bei Cisco.

Die Woche in den Nachrichten zu Datenschutzverletzungen

Nordamerika

Conduent

Branche: Unternehmensdienstleistungen Exploit: Hacking

Das US-Landwirtschaftsministerium hat bestätigt, dass ein Cyberangriff die von Conduent betriebenen Callcenter des Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP) in sechs Bundesstaaten lahmgelegt hat: Georgia, Delaware, Indiana, Iowa, Oklahoma und Virginia. Über diese Callcenter mit interaktiver Sprachausgabe konnten Inhaber von EBT-Karten (Electronic Benefit Transfer) in diesen Bundesstaaten ihren Kartstatus abfragen, ihren Kontostand einsehen und ähnliche Funktionen nutzen.

Nach Angaben des Sozialministeriums von Georgia begannen die Probleme am 25. Juli, doch die Störungen bei den EBT-Diensten dauern weiterhin an. Conduent war im Jahr 2025 bereits Opfer von mindestens zwei weiteren Cyberangriffen geworden, die zu Ausfällen im Callcenter geführt hatten.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Eine strengere Überwachung der Dienstleister und eine umfassende Notfallplanung sind unerlässlich, um Ausfälle kritischer öffentlicher Dienste zu verhindern.

Nordamerika

Die Generalstaatsanwaltschaft von Pennsylvania

Branche: Regierung und öffentlicher Sektor Sicherheitslücke: Fehlkonfiguration

Die Generalstaatsanwaltschaft von Pennsylvania (AG) hat bestätigt, dass ein kürzlich erfolgter Cyberangriff ihre Telefon- und E-Mail-Systeme lahmgelegt hat. Generalstaatsanwalt Dave Sunday erklärte in einer Pressekonferenz, dass IT-Experten daran arbeiten, die betroffenen Dienste wiederherzustellen und den Vorfall mit Unterstützung der Strafverfolgungsbehörden zu untersuchen.

Zwar hat der Generalstaatsanwalt den Angriff noch keiner bestimmten Gruppe zugeordnet, doch berichtete ein Cybersicherheitsexperte im vergangenen Monat, dass mehrere öffentlich zugängliche Citrix NetScaler-Geräte im Netzwerk der Generalstaatsanwaltschaft anfällig für die aktive Ausnutzung einer kritischen Sicherheitslücke (CVE-2025-5777), auch bekannt als „Citrix Bleed 2“, waren.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Eine proaktive Überwachung und eine frühzeitigere Behebung der gemeldeten Sicherheitslücken hätten die Auswirkungen des Datenlecks verringern können.

Nordamerika

Das Unterhaus von Kanada

Branche: Regierung und öffentlicher Sektor Sicherheitslücke: Hacking

Das kanadische Unterhaus ist Opfer eines Cyberangriffs geworden, bei dem sensible Mitarbeiterdaten kompromittiert wurden. Bei dem Vorfall soll ein nicht identifizierter Angreifer eine „aktuelle Microsoft-Sicherheitslücke“ ausgenutzt haben – vermutlich handelt es sich dabei um die kürzlich aufgedeckte Sicherheitslücke in Microsoft Exchange On-Premises (CVE-2025-53786) –, um Zugriff auf eine Datenbank mit Mitarbeiterdaten zu erlangen.

Zu den gestohlenen Daten gehören Namen, E-Mail-Adressen, Berufsbezeichnungen, Arbeitsorte sowie Angaben zu den Computern und Mobilgeräten, die von Mitarbeitern des Unterhauses genutzt werden. Sowohl das Unterhaus als auch die kanadische Kommunikationssicherheitsbehörde untersuchen den Vorfall. Bislang hat keine Gruppe die Verantwortung dafür übernommen.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Das Patch-Management ist von entscheidender Bedeutung, da Verzögerungen bei der Behebung bekannter Sicherheitslücken böswilligen Akteuren die Möglichkeit bieten, diese auszunutzen.

Europa

Colt Technology Services Group Limited

Branche: Technologie Sicherheitslücke: Ransomware und Malware

Das britische Unternehmen Colt Technology Services hat bestätigt, dass es Opfer eines Cyberangriffs geworden ist, der Berichten zufolge von der Ransomware-Gruppe „WarLock“ verübt wurde und seit dem 12. August zu anhaltenden Dienstunterbrechungen geführt hat. Der Vorfall hat sich auf die Dienste Hosting, Porting, Colt Online und Voice API ausgewirkt, wobei Colt jedoch betonte, dass seine zentrale Netzwerkinfrastruktur weiterhin intakt sei.

Zunächst als „technisches Problem“ bezeichnet, räumte Colt später ein, dass es sich um einen Cyberangriff handelte, und schaltete die Systeme ab, um die Bedrohung einzudämmen. Es wird vermutet, dass die Angreifer eine Sicherheitslücke in Microsoft SharePoint (CVE-2025-53770) ausgenutzt haben, um in die Plattform „sharehelp.colt.net“ des Unternehmens einzudringen, und sich dort über eine Woche lang Zugang zum Netzwerk verschafft hatten.

Ein WarLock-Mitglied mit dem Namen „cnkjasdfgd“ hat sich zu dem Angriff bekannt und bietet 1 Million angeblich gestohlene Dokumente – darunter Finanz-, Mitarbeiter-, Kunden- und interne Daten – für 200.000 US-Dollar zum Verkauf an. Colt hat die Behörden informiert, jedoch noch keine technischen Details oder einen Zeitplan für die vollständige Wiederherstellung bekannt gegeben, da die IT-Teams des Unternehmens weiterhin an der Wiederherstellung arbeiten.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Eine unzureichende Überwachung kann Angreifern erweiterten Zugriff verschaffen, wodurch sowohl das Risiko von Betriebsstörungen als auch das Risiko von Datendiebstahl steigt.

Europa

Inflite – Das Jet-Center

Branche: Transport und Logistik Sicherheitslücke: Hacking

Die personenbezogenen Daten von Tausenden Afghanen, die im Rahmen eines Umsiedlungsprogramms nach Großbritannien gebracht und dort in Sicherheit gebracht wurden, sind nach einem Cybersicherheitsvorfall bei „Inflite The Jet Centre“ möglicherweise offengelegt worden.

Bei „Inflite The Jet Centre“, einem Subunternehmer des Verteidigungsministeriums, der am Flughafen London Stansted Bodenabfertigungsdienste erbringt, kam es zu einem Datenleck, von dem bis zu 3.700 Afghanen betroffen waren, die zwischen Januar und März 2024 im Rahmen der „Afghan Relocations and Assistance Policy“ (ARAP) nach Großbritannien gereist waren.

In einer E-Mail des Teams für die Neuansiedlung afghanischer Flüchtlinge wurden die Familien gewarnt, dass zu den offengelegten Daten Namen, Passdaten und Arap-Referenznummern gehören könnten. Berichten zufolge könnten auch einige Angehörige des britischen Militärs und ehemalige Minister der konservativen Regierung betroffen sein. Laut Inflite scheint sich der Datenverstoß auf E-Mail-Konten beschränkt zu haben.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Eine Datenpanne, bei der hochsensible Informationen betroffen sind, kann nicht nur ein Unternehmen in Mitleidenschaft ziehen – sie kann auch die Sicherheit von Menschen gefährden.

Nordamerika

Arbeitstag

Branche: Technologie Sicherheitslücke: Phishing

Der Anbieter von cloudbasierter Personalsoftware Workday gab am Freitag bekannt, dass im Rahmen eines Social-Engineering-Angriffs auf die CRM-Plattform eines Drittanbieters auf bestimmte Kundendaten zugegriffen wurde. Das Unternehmen gab nicht bekannt, um welche CRM-Plattform es sich handelte, bestätigte jedoch, dass von dem Vorfall geschäftliche Kontaktdaten betroffen waren, darunter Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern.

Workday betonte, dass es „keine Anzeichen für einen Zugriff auf Kundenmandanten oder die darin enthaltenen Daten“ gebe und der Angriff offenbar auf das CRM-System beschränkt sei.

Das Unternehmen bezeichnete sich selbst als eine von mehreren Organisationen, die von einer jüngsten Welle von Social-Engineering-Angriffen auf CRM-Systeme betroffen waren, und stellte diesen Vorfall als einen weiteren Angriff dar, der über Salesforce-CRM-Tools verübt wurde.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Es ist von entscheidender Bedeutung, die Mitarbeiter so zu schulen, dass sie Bedrohungen erkennen und darauf reagieren können, um zu verhindern, dass sensible Kundendaten offengelegt werden.

Europa

Lagerbestand im Vertriebskanal (STIC)

Branche: Finanzwesen Sicherheitslücke: Hacking

Das britische Unternehmen „Stock in the Channel“ (STIC), eine digitale Plattform, die Lagerbestände und Preise von IT-Produkten anzeigt, wurde am 12. August Opfer eines Ransomware-Angriffs.

Das Unternehmen gab bekannt, dass Angreifer eine nicht näher bezeichnete Zero-Day-Sicherheitslücke in einer Drittanbieteranwendung ausgenutzt hätten, um sich Zugang zu seinen Systemen zu verschaffen, was zu erheblichen Schäden an der Infrastruktur geführt habe. STIC teilte mit, dass seine Teams rund um die Uhr daran arbeiteten, die betroffenen Systeme wiederherzustellen.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Selbst gut geschützte Organisationen sind anfällig für Zero-Day-Schwachstellen, was die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Überwachung unterstreicht.

Gefällt dir, was du gerade liest?

Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter, um jede Woche Sicherheitsnachrichten und -informationen in Ihren Posteingang zu erhalten

Bevorstehende Webinare

Tauschen Sie sich mit anderen IT-Fachleuten aus, lernen Sie Neues und verbessern Sie Ihre Fähigkeiten. Erhalten Sie Einblicke in die neuesten Trends und Technologien im Bereich Cybersicherheit.

Autotask Vierteljährlicher Bericht zur Produktinnovation

Autotask Vierteljährlicher Bericht zur Produktinnovation

Weiterlesen
Autotask Tech Jam: Den Accounting Hub für QuickBooks Online meistern

Autotask Tech Jam: Den Accounting Hub für QuickBooks Online meistern

Weiterlesen
Compliance as a Service: Die Einnahmequelle für MSPs, auf die Kunden nicht verzichten können

Compliance as a Service: Die Einnahmequelle für MSPs, auf die Kunden nicht verzichten können

Weiterlesen