Nordamerika
Salesforce-Ökosystem
Im Rahmen einer der schwerwiegendsten Cyberbedrohungen des Jahres 2025 wurde das Salesforce-Ökosystem Ziel eines groß angelegten Datenlecks bei einem Drittanbieter, das weltweit in zahlreichen Branchen für Aufruhr sorgte. Durch das Datenleck wurden mehr als 1 Milliarde Datensätze aus Dutzenden globaler Unternehmen offengelegt. Die Kampagne verlief in mehreren Phasen und zielte gezielt auf die schwächsten Glieder im Ökosystem ab: menschliche Nutzer und Integrationen von Drittanbietern.
Entscheidend ist, dass es sich hierbei nicht um einen direkten Angriff auf die Kerninfrastruktur von Salesforce handelte. Stattdessen nutzten Cyberkriminelle menschliches Versagen und den Zugriff vertrauenswürdiger Dritter aus, um einzelne Salesforce-Instanzen von Kunden zu kompromittieren. Der Angriff folgte einem klaren, wiederkehrenden Muster:
- Zunächst gaben sich die Angreifer mithilfe von Social Engineering und Voice Phishing (Vishing) als IT-Mitarbeiter aus und brachten die Mitarbeiter dazu, ihnen Zugriff zu gewähren.
- Anschließend wurden die Opfer dazu verleitet, bösartige „Connected Apps“ – wie beispielsweise gefälschte Versionen des Salesforce Data Loader – zu autorisieren oder OAuth-Token preiszugeben, die mit legitimen Tools wie Salesloft, Drift und Gainsight verknüpft waren. Diese Token verschafften den Angreifern dauerhaften Zugriff auf die Anwendungsprogrammierschnittstelle (API) und umgingen häufig die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA).
- Schließlich nutzten die Angreifer Salesforce-APIs, um große Datenmengen zu exportieren, und suchten dabei nach Zugangsdaten, Kontodaten und sensiblen personenbezogenen Informationen.
Die Auswirkungen des Angriffs waren weitreichend. Zu den betroffenen Unternehmen zählten Fluggesellschaften wie Air France–KLM, Qantas und Vietnam Airlines, Einzelhandelsmarken wie IKEA, Adidas und Chanel sowie weitere große Konzerne, darunter Google, TransUnion, Toyota und Disney.
Die Verantwortung für den Datenleck übernahm eine Hackergruppe namens „Scattered LAPSUS$ Hunters“, die eine Dark-Web-Seite eingerichtet hatte, um Beispiele der gestohlenen Daten zu veröffentlichen. Die Gruppe drohte Salesforce und seinen Kunden mit weiteren Datenveröffentlichungen, sofern keine Lösegeldzahlungen geleistet würden. Salesforce weigerte sich öffentlich, den Lösegeldforderungen nachzukommen, und zog damit eine klare Grenze gegen Erpressung.
Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte
Dieser Vorfall hat deutlich gemacht, dass selbst robuste Sicherheitsplattformen kompromittiert werden können, wenn Angreifer Schwachstellen wie Benutzerfehler und Integrationen vertrauenswürdiger Drittanbieter ausnutzen. Anstatt Salesforce direkt anzugreifen, richteten die Cyberkriminellen ihre Angriffe auf Personen und Berechtigungen, die sich bereits innerhalb des Ökosystems befanden.
Außerdem wurde deutlich, wie KI-gestütztes Social Engineering die Messlatte für Cyberkriminalität immer höher legt. Durch den Einsatz von KI zur Erstellung überzeugenderer Nachrichten und Identitätsfälschungen können Cyberkriminelle Nutzer leicht dazu verleiten, Zugriff zu gewähren oder böswillige Aktionen zu genehmigen. Daher ist es für Unternehmen von entscheidender Bedeutung, das Bewusstsein der Nutzer zu schärfen und den Zugriff durch Dritte, verbundene Apps sowie Datenberechtigungen genau zu überwachen.