Nordamerika
Klue
In einer ironischen Wendung der Ereignisse sind nun ausgerechnet Cybersicherheitsunternehmen selbst Opfer eines Angriffs auf die Lieferkette geworden, nachdem es zu einem Sicherheitsvorfall bei der Marktinformationsplattform Klue gekommen war.
Der in Vancouver ansässige Marktforschungsanbieter Klue gab am 19. Juni bekannt, dass Hacker bei einem Cyberangriff zwischen dem 11. und 12. Juni Daten von einer nicht näher genannten Anzahl von Kunden gestohlen haben. Der Vorfall betraf die Salesforce-Integration von Klue und führte zum Abfluss von Daten aus den Salesforce-Umgebungen mehrerer Kunden. Nach Angaben des Unternehmens verschaffte sich der Angreifer Zugang über kompromittierte alte Zugangsdaten, nutzte diese, um OAuth-Token zu erlangen, die Klue mit Plattformen von Drittanbietern, darunter Salesforce, verbanden, und griff anschließend auf Daten innerhalb der mit diesen Plattformen verbundenen Kundenumgebungen zu. Betroffen waren insbesondere mehrere Cybersicherheitsunternehmen, darunter HackerOne, Huntress, OneTrust und Snyk.
Klue erklärte, der Angriff habe sich auf Salesforce-Instanzen beschränkt und die Systeme der Kunden selbst seien nicht betroffen gewesen. Unterdessen hat die Cyberkriminalitätsgruppe Icarus die Verantwortung für den Angriff übernommen und auf ihrer Leak-Seite angekündigt, die gestohlenen Daten zu veröffentlichen, sollte kein Lösegeld gezahlt werden.
Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte
Dieser Vorfall verdeutlicht eine zunehmende Realität im Bereich der Cybersicherheit: Der Angriff, der Ihrem Unternehmen den größten Schaden zufügt, findet möglicherweise gar nicht in Ihrer eigenen Umgebung statt. Eine Kompromittierung bei einem vertrauenswürdigen Lieferanten oder Dienstleister kann Angreifern einen Weg ebnen, auf verbundene Systeme, Anwendungen oder sensible Daten zuzugreifen. Unternehmen sollten regelmäßig Risiken durch Dritte bewerten, die Zugriffsrechte von Lieferanten überprüfen und einschränken, die Anbindung an externe Plattformen überwachen und sicherstellen, dass Lieferanten strenge Sicherheitsstandards einhalten. Die Aufrechterhaltung der Transparenz in der gesamten Lieferkette wird mittlerweile genauso wichtig wie die Absicherung interner Systeme.
