Nordamerika
Microsoft 365-Nutzer
Im Rahmen einer ausgeklügelten Phishing-Kampagne wird die „Greatness“-Phishing-as-a-Service-Plattform (PhaaS) genutzt, um Microsoft 365-Konten anzugreifen, indem Benachrichtigungen von RingCentral gefälscht werden.
Greatness ist eine abonnementbasierte PhaaS-Plattform, die seit mindestens 2022 aktiv ist und Cyberkriminellen gebrauchsfertige Phishing-Toolkits zur Verfügung stellt. Die Plattform hat ihr Angebot mittlerweile über das Phishing von Anmeldedaten hinaus auf „Adversary-in-the-Middle“-Angriffe (AiTM) und Geräte-Code-Phishing ausgeweitet, die auf Microsoft 365-Konten abzielen. In einer kürzlich von Forschern beobachteten Kampagne missbrauchen die Betreiber von Greatness die Kommunikationsplattform RingCentral, um die E-Mail-Sicherheitsfilter der Empfänger zu umgehen. Die Angreifer geben sich als RingCentral aus, indem sie vorgeben, die Nachrichten stammten von service@ringcentral[.]com, und zielen auf tatsächliche Nutzer des Dienstes ab – mit gefälschten Voicemail- und Leistungsbewertungsbenachrichtigungen, die diese dazu verleiten sollen, die E-Mails zu öffnen.
Obwohl die Nachrichten von einem unbekannten IONOS-Mailserver stammen, die SPF- und DMARC-Prüfungen nicht bestehen und keine DKIM-Signatur aufweisen, werden sie dennoch von den Empfängersystemen akzeptiert, da RingCentral auf der Whitelist steht. Die E-Mails enthalten zudem einen betrügerischen Hinweis, der behauptet, der Absender sei über die Liste sicherer Absender der Organisation verifiziert worden, was den Verdacht weiter verringert und die Phishing-Nachrichten für die Empfänger glaubwürdiger erscheinen lässt.
Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte
„Greatness PhaaS“ wird Cyberkriminellen derzeit über einen Telegram-Kanal mit Tausenden von Abonnenten für weniger als 300 US-Dollar pro Monat angeboten. Solche „As-a-Service“-Plattformen senken die Einstiegshürde für Cyberkriminalität und ermöglichen es selbst Angreifern mit begrenzten technischen Kenntnissen, ausgefeilte Phishing-Kampagnen in großem Umfang durchzuführen. Unternehmen sollten der kontinuierlichen Sensibilisierung ihrer Mitarbeiter Priorität einräumen, damit diese sich weiterentwickelnde Phishing-Taktiken erkennen, scheinbar vertrauenswürdige Mitteilungen hinterfragen und verdächtige Anfragen überprüfen können, bevor sie Maßnahmen ergreifen.
