Single Sign-On (SSO): Für sicherere Anmeldungen sorgen

Passwörter reichen nicht mehr aus, um die Anmeldungen bei all unseren Softwareprogrammen und Systemen zu sichern. Laut dem „Verizon Data Breach Investigations Report 2019“ waren bei 29 Prozent der Sicherheitsvorfälle gestohlene Zugangsdaten im Spiel. Diese Zugangsdaten werden entweder direkt gestohlen – beispielsweise durch Phishing – oder im Dark Web gekauft. Wenn Sie glauben, dass keine der Zugangsdaten Ihrer Mitarbeiter im Dark Web „im Umlauf“ sind, sollten Sie noch einmal darüber nachdenken!

Aus diesem Grund führen Unternehmen Lösungen für das Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM) ein, um die Sicherheit bei der Anmeldung zu verbessern. Mit IAM-Systemen können Administratoren die Rollen und Zugriffsrechte jedes einzelnen Endnutzers festlegen und verwalten.

Einer der Dienste zur Benutzerauthentifizierung, der die Zugriffsverwaltung vereinfacht, ist das sichere Single Sign-On (SSO).

Was ist Single Sign-On?

SSO ist ein Dienst zur Sitzungs- und Benutzerauthentifizierung, der es einem Benutzer ermöglicht, mit einem einzigen Satz von Anmeldedaten auf mehrere Anwendungen zuzugreifen. Da die meisten Benutzer für alle Konten einfache oder ähnliche Passwörter verwenden, fällt es Hackern allzu leicht, Systeme zu knacken und Zugriff auf Unternehmensdaten zu erlangen. SSO nutzt ein zentrales Verzeichnis, das den Benutzerzugriff auf Ressourcen auf einer detaillierteren Ebene steuert. Das ist so, als hätte man einen einzigen, sehr sicheren Schlüssel, mit dem man 100 verschiedene Türen mit 100 individuellen Schlössern öffnen kann.

Es protokolliert den Benutzerzugriff und sperrt verdächtige Benutzer oder Anmeldungen, die nicht den Vorschriften entsprechen, wodurch die Sicherheit des Unternehmens verbessert wird.

Was sind die Vor- und Nachteile von Single Sign-On?

Vorteile von SSO

  • Bessere Benutzererfahrung

Mit SSO ist es für Benutzer viel einfacher, auf all die verschiedenen Anwendungen zuzugreifen, die sie täglich nutzen. Sie müssen sich nur einmal anmelden, und dann gibt es in der Regel ein Portal, über das sie mit einem Klick auf einen Link auf viele verschiedene Anwendungen zugreifen können. Dieser Vorteil gilt natürlich für alle Benutzer, einschließlich der IT-Administratoren. Die durchschnittliche Anzahl der pro Unternehmen genutzten Anwendungen ist laut einer von Okta im Jahr 2018 durchgeführten Studie auf etwa 129 gestiegen. Dies geht einher mit der zunehmenden Nutzung von SaaS-Anwendungen.

  • Steigert die Produktivität von IT-Administratoren und senkt die Kosten für „ Help Desk “

SSO reduziert die Anzahl der Helpdesk-Tickets und den Zeitaufwand, den IT-Administratoren für die Bearbeitung passwortbezogener Probleme, wie beispielsweise Passwortzurücksetzungen, aufwenden müssen. Dadurch werden auch die Ausfallzeiten für den Endnutzer verringert.

Darüber hinaus ermöglicht SSO die schnelle Bereitstellung und Implementierung neuer SaaS-Anwendungen. Die SSO-Lösung sollte einen offenen Standard wieSecurity Assertion Markup Language (SAML)2.0 unterstützen, um eine schnelle Bereitstellung zu ermöglichen.

  • Minimiert das Risiko, unsichere Passwörter zu verwenden

Die fünf schlechtesten Passwörter, die von den Nutzern regelmäßig verwendet werden, sind:

  • 12345
  • 123456
  • 123456789
  • test1
  • Passwort

Laut dem Forbes-Artikel „Ranked: The World’s Top 100 Worst Passwords“ hat Microsoft eine Datenbank mit 3 Milliarden durch Sicherheitslücken offengelegten Zugangsdaten analysiert und festgestellt, dass bei mehr als 44 Millionen Microsoft-Konten Passwörter verwendet wurden, die bereits an anderer Stelle kompromittiert worden waren.

Die Wiederverwendung von Passwörtern, die Verwendung einfacher Passwörter und andere derartige schlechte Praktiken beim Umgang mit Passwörtern können zu kostspieligen Sicherheitsverletzungen führen. SSO ermöglicht es den Benutzern, eine bessere Passwort-Hygiene zu praktizieren und wesentlich sicherere Anmeldedaten zu verwenden.

Nachteile von SSO

  • Das Risiko einer Beeinträchtigung der Sicherheit

Wenn SSO nicht sicher implementiert wird – etwa in Kombination mit einer anderen Art von IAM-Lösung wie der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) –, könnte dies katastrophale Folgen für das Unternehmen haben. Schon mit nur einem Satz offengelegter Zugangsdaten können Hacker problemlos auf alle Anwendungen zugreifen und an sensible, vertrauliche Informationen gelangen.

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) bietet eine zusätzliche Sicherheitsebene, indem sie die Identität des Benutzers anhand von etwas, das der Benutzer weiß (z. B. einem Passwort), und einem zweiten Faktor, der nicht das Passwort ist – also etwas, das der Benutzer besitzt oder nutzt, meist eine mobile App oder ein Token –, überprüft.

SSO in Verbindung mit 2FA bietet ein sicheres Anmeldesystem, das alle oben genannten Vorteile bietet.

Wie wird Single Sign-On umgesetzt?

Auf dem Markt gibt es verschiedene SSO-Anbieter, die den Anforderungen Ihres Unternehmens gerecht werden können. Sie können wichtige Entscheidungskriterien berücksichtigen, beispielsweise ob Ihr Unternehmen eine lokale SSO-Lösung, eine „Identity as a Service“ (IDaaS)-Lösung oder einen hybriden Dienst für Ihre Umgebung benötigt.

Die Kombination aus SSO und 2FA bietet den Komfort und die Sicherheit, die Ihr Unternehmen benötigt.

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