Die Woche in den Nachrichten zu Datenschutzverletzungen

Diese Woche: Die Nachrichten dieser Woche zeigen, wie vertraute Tools schnell zu Risikofaktoren sowohl für Unternehmen als auch für Endnutzer werden können. Ein staatlich gestützter Akteur hatte es auf den beliebten Open-Source-Code-Editor Notepad++ abgesehen, während Microsoft ein außerplanmäßiges Update veröffentlichte, um eine kritische Sicherheitslücke in Microsoft Office und Microsoft 365 zu beheben.

Die Woche in den Nachrichten zu Datenschutzverletzungen

Nordamerika

Notepad++

Branche: TechnologieSicherheitslücke: Angriff auf die Lieferkette

Der beliebte Open-Source-Code-Editor Notepad++ wurde im Rahmen eines Supply-Chain-Angriffs von staatlich unterstützten Angreifern ins Visier genommen, wodurch die Integrität von Software-Updates gefährdet wurde.

Notepad++ ist ein kostenloser Open-Source-Text- und Quellcode-Editor für Microsoft Windows. Das Projekt bestätigte, dass Angreifer im Rahmen einer gezielten Kampagne unbemerkt die Infrastruktur für Software-Updates gekapert hatten und den für notepad-plus-plus.org bestimmten Update-Datenverkehr abfingen und umleiteten. Auf diese Weise konnten über einen längeren Zeitraum hinweg schädliche Binärdateien an ausgewählte Nutzer verteilt werden.

Der Angriff erstreckte sich über einen Zeitraum von sechs Monaten, von Juni bis Dezember 2025, und betraf vor allem Nutzer, die ältere Versionen des WinGUp-Updaters verwendeten.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Dieser Vorfall verdeutlicht, wie vertrauenswürdige Mechanismen zur Softwareverteilung zu risikoreichen Angriffsflächen werden können, wenn Infrastruktur- oder Validierungskontrollen versagen. Um dieses Risiko zu minimieren, ist ein mehrschichtiger Verteidigungsansatz erforderlich, der über das Patch-Management hinausgeht und Transparenz, Kontrolle sowie Vorsorge über den gesamten Lebenszyklus von Software-Updates hinweg umfasst.

Australien und Neuseeland

Anwaltskanzlei Langley Twigg

Branche: RechtswesenSicherheitslücke: Hacking

Die in Napier ansässige Anwaltskanzlei Langley Twigg Law bestätigte einen Cyberangriff, durch den ihre internen Systeme und Mandantendaten offengelegt wurden.

Am 25. Januar bekannte sich die Ransomware-Gruppe Anubis zu einem Angriff auf die neuseeländische Anwaltskanzlei. Einen Tag später bestätigte die Kanzlei einen böswilligen Angriff durch Dritte auf ihr IT-Netzwerk. Langley Twigg erklärte, der Vorfall habe sich am 11. Januar ereignet und interne Betriebsdaten sowie einige Mandantenunterlagen seien davon betroffen gewesen.

Das Unternehmen teilte mit, dass es den Vorfall noch untersuche und sich nach Abschluss der Untersuchung direkt an die betroffenen Kunden wenden werde.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Anwaltskanzleien geraten zunehmend ins Visier, da sie große Mengen vertraulicher Informationen verwahren, darunter geistiges Eigentum, Daten zu Fusionen und Übernahmen sowie sensible Finanzunterlagen von Mandanten. Um Risiken zu minimieren, sind strengere Zugriffskontrollen für Dritte, eine verstärkte Überwachung der Verbindungen zu Lieferanten sowie klare Pläne zur Reaktion auf Vorfälle erforderlich, um die Gefährdung im Falle einer Sicherheitsverletzung zu begrenzen. Regelmäßige Schulungen zur Sensibilisierung der Nutzer und die Überwachung ungewöhnlicher Netzwerkaktivitäten können ebenfalls dazu beitragen, Angriffe frühzeitig zu erkennen.

Australien

Prosura

Branche: VersicherungswesenSicherheitslücke: Hacking

Der australische Versicherungsanbieter Prosura untersucht einen Cybervorfall, nachdem betrügerische E-Mails an einige seiner Kunden versendet wurden.

Der Anfang Januar festgestellte Vorfall veranlasste den Versicherer dazu, wichtige Online-Dienste vorübergehend einzustellen. Das Unternehmen teilte mit, dass es den unbefugten Zugriff auf Teile seiner internen Systeme untersucht, der dazu führte, dass betrügerische E-Mails an Kunden bezüglich ihrer bestehenden oder bereits abgelaufenen Versicherungsverträge versendet wurden. Zu den potenziell betroffenen Daten gehören Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Wohnsitzland, Reiseziele, Rechnungs- und Preisangaben sowie Beginn- und Enddaten der Versicherungsverträge.

Das Unternehmen hat seine Kunden zudem vor entsprechenden Phishing-Versuchen gewarnt, die per E-Mail, Telefon oder SMS erfolgen und bei denen möglicherweise persönliche Daten verwendet werden, um den Anschein von Legitimität zu erwecken und die Empfänger zu weiteren Handlungen zu verleiten.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Informationen, die bei Vorfällen wie diesem offengelegt werden, können schnell für gezielte Phishing-Angriffe missbraucht werden und Angreifern die notwendigen Details liefern, um überzeugende Nachrichten zu verfassen. Ein hohes Maß an Sensibilisierung der Nutzer ist daher von entscheidender Bedeutung, damit Kunden und Mitarbeiter wissen, wie sie verdächtige E-Mails, Anrufe oder SMS erkennen – und diese melden können, bevor weiterer Schaden entsteht.

Nordamerika

Microsoft Office & Microsoft 365

Branche: TechnologieExploit: Zero-Day-Sicherheitslücke

Letzte Woche hat Microsoft ein außerplanmäßiges Update veröffentlicht, um eine Sicherheitslücke mit hohem Schweregrad (CVSS-Wert 7,8) zu beheben, von der mehrere Microsoft Office-Produkte betroffen sind.

Die unter der Kennung CVE-2026-21509 erfasste Sicherheitslücke wird derzeit aktiv ausgenutzt und wurde in den Katalog der bekannten ausgenutzten Sicherheitslücken der CISA aufgenommen. Die Schwachstelle rührt daher, dass die Anwendungen bei Sicherheitsentscheidungen auf nicht vertrauenswürdige Eingaben zurückgreifen, wodurch Angreifer die Sicherheitsmaßnahmen von Object Linking and Embedding (OLE) in Microsoft Office und Microsoft 365 umgehen können. Zur Ausnutzung der Schwachstelle muss ein Benutzer dazu gebracht werden, eine speziell manipulierte, schädliche Office-Datei zu öffnen.

Zu den betroffenen Softwareprodukten gehören Microsoft Office 2016, Microsoft Office 2019, Microsoft Office LTSC 2021, Microsoft Office LTSC 2024 und Microsoft 365 Apps for Enterprise.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Unternehmen sollten anfällige Microsoft Office-Instanzen in ihren gesamten Umgebungen identifizieren und umgehend Updates oder geeignete Abhilfemaßnahmen anwenden. Da derzeit aktiv Missbrauch betrieben wird, sind nicht gepatchte Systeme weiterhin einer unmittelbaren Gefahr ausgesetzt.

Europa

Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Branche: Kunst und KulturSicherheitslücke: Hacking

Die Sächsischen Staatlichen Kunstsammlungen, ein Netzwerk aus 15 Museen in Deutschland, bestätigten einen Cyberangriff, von dem ein erheblicher Teil ihrer digitalen Infrastruktur betroffen war.

Der Angriff Ende Januar legte einen erheblichen Teil des Netzwerks des Museums lahm, darunter auch den Online-Shop und die Besucherdienste. In einer Erklärung des Museums hieß es jedoch, dass die physischen und technischen Sicherheitssysteme nicht betroffen seien und das Museum weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich bleibe.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Selbst Organisationen, deren Tätigkeit sich auf physische Standorte konzentriert – wie beispielsweise Museen –, können mit erheblichen Beeinträchtigungen konfrontiert werden, wenn digitale Dienste angegriffen werden und dadurch Dienste ausfallen, auf die Besucher und Mitarbeiter angewiesen sind. Jede Organisation, die digitale Dienste anbietet, muss ihre Cyberabwehr stärken und dabei den Schwerpunkt auf Widerstandsfähigkeit, Transparenz und Vorsorge legen, um den Betrieb auch dann aufrechtzuerhalten, wenn Systeme angegriffen werden.

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