Vereinigtes Königreich
Revolut
Das britische Fintech-Unternehmen Revolut bestätigte, dass es versehentlich sensible Daten von fast 700 Kunden an Betrüger weitergegeben hat, die sich als Regierungsbeamte ausgegeben hatten.
Revolut gab bekannt, dass ein Betrüger ein echtes E-Mail-Konto unter der Domain einer echten Regierungsbehörde genutzt habe, um betrügerische Datenanfragen zu versenden. Die Nachrichten durchliefen die technischen Authentifizierungsprüfungen der Bank und wurden als reguläre Anfragen zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften verarbeitet, da die Systeme von Revolut keine Möglichkeit hatten, sie von legitimen Anfragen zu unterscheiden. Zu den versehentlich offengelegten Informationen gehören Kundenadressen, Verifizierungsbilder, Ausweisdokumente und Bitcoin-Transaktionen von rund 680 Kunden.
Hacker, die behaupten, hinter dem Vorfall zu stecken, drohen nun damit, die gestohlenen Daten öffentlich zu veröffentlichen, sofern Revolut kein Lösegeld zahlt.
Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte
Bei diesem Angriff wurden keine Server kompromittiert und es wurde keine Malware eingesetzt. Jemand hat einfach von einer scheinbar echten E-Mail-Adresse einer Behörde aus Kundendaten angefordert, und das Fintech-Unternehmen hat diese herausgegeben. Dies macht deutlich, wie effektiv Social Engineering sein kann und wie selbst technisch robuste Systeme umgangen werden können, wenn menschliches Urteilsvermögen die letzte Verteidigungslinie darstellt. Unternehmen müssen sicherstellen, dass Mitarbeiter, die mit Anfragen nach sensiblen Daten befasst sind, darin geschult sind, Manipulationsversuche zu erkennen, Anfragen über sekundäre Kanäle zu überprüfen und jede unaufgeforderte Datenanfrage – egal wie legitim sie auch erscheinen mag – mit der gebotenen Skepsis zu behandeln.
