Die Woche in den Nachrichten zu Datenschutzverletzungen

Diese Woche: Eine Welle weltweiter Ransomware-Angriffe richtet sich gegen International Game Technology, eine Tochtergesellschaft von LG, und den brasilianischen Ölkonzern Petrobras – was deutlich macht, wie weitreichend und unerbittlich diese Bedrohungen mittlerweile sind.

Die Woche in den Nachrichten zu Datenschutzverletzungen

Vereinigte Staaten

International Game Technology (IGT)

Branche: Medien, Sport und Unterhaltung Sicherheitslücke: Ransomware und Malware

International Game Technology (IGT), ein weltweit führender Anbieter von Lösungen in den Bereichen digitales Glücksspiel, Sportwetten und Fintech für Casinos und Online-Plattformen, bestätigte am 17. November einen schwerwiegenden Vorfall im Bereich der Cybersicherheit.

In einer am vergangenen Dienstag bei der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) eingereichten Meldung berichtete das Unternehmen von Betriebsstörungen infolge eines unbefugten Zugriffs auf seine internen IT-Systeme und Anwendungen. IGT erklärte, dass es unverzüglich seinen Notfallplan (Incident Response, IR) aktiviert und mit Unterstützung externer Berater eine Untersuchung eingeleitet habe. Das Unternehmen machte zwar keine Angaben zur Art des Angriffs, doch die Abschaltung von Systemen ist eine übliche Reaktion auf Ransomware-Angriffe.

Unterdessen hat die Ransomware-Bande „Qilin“ IGT auf ihre Dark-Web-Veröffentlichungsseite aufgenommen und behauptet, 10 GB an Daten – schätzungsweise 21.600 Dateien – gestohlen zu haben. Obwohl die Gruppe keine Beispieldaten veröffentlicht hat, hat sie das Archiv als „veröffentlicht“ gekennzeichnet, was darauf hindeutet, dass die gestohlenen Dateien möglicherweise bereits im Internet im Umlauf sind.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Ransomware-Angreifer haben es häufig auf Unternehmen abgesehen, bei denen bereits kurze Ausfälle erhebliche Störungen verursachen können. Eine robuste Strategie zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs und zur Notfallwiederherstellung (BCDR) in Verbindung mit einer schnellen Erkennung von Bedrohungen ist unerlässlich, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und eine zügige Notfallwiederherstellung zu gewährleisten.

Vereinigte Staaten

Marine Foods Express

Branche: Landwirtschaft & Lebensmittel Sicherheitslücke: Ransomware und Malware

In einem weiteren Vorfall im Zusammenhang mit der russischsprachigen Cyberkriminalitätsgruppe „Qilin“ soll die Gruppe „Marine Foods Express“, eines der größten Unternehmen für den Import, die Verarbeitung und den Vertrieb von Meeresfrüchten im Süden der USA, angegriffen haben.

Der in Texas ansässige Anbieter, der ein umfangreiches regionales Großhandelsnetzwerk betreut, wurde am 19. November auf der Leak-Seite von Qilin aufgeführt. Dem Beitrag der Gruppe zufolge wurden bereits vor dem Einsatz der Ransomware wichtige Betriebsdaten und interne Dokumente abgezogen.

Obwohl das gesamte Ausmaß des Datenlecks noch nicht bestätigt wurde, lässt die Art der Geschäftstätigkeit von Marine Foods Express – und die sensiblen Logistikdaten, die das Unternehmen verwaltet – darauf schließen, dass es zu nachgelagerten Störungen kommen könnte. Restaurants, Einzelhändler und Lieferkettenpartner, die auf die Kühlkettenabläufe des Unternehmens angewiesen sind, müssen möglicherweise mit Verzögerungen rechnen, falls interne Systeme oder Vertriebsabläufe beeinträchtigt werden.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Ransomware-Angriffe nehmen immer mehr zu und betreffen Unternehmen jeder Größe und aus allen Branchen. Um widerstandsfähig zu bleiben, benötigen Unternehmen eine leistungsstarke, proaktive Erkennung von Bedrohungen sowie unveränderliche Backup-Systeme, die Verschlüsselungsversuchen standhalten. Diese Maßnahmen gewährleisten den fortlaufenden Betrieb, selbst wenn Angreifer versuchen, kritische Systeme lahmzulegen.

Lateinamerika und die Karibik

Petrobras

Branche: Energie und Rohstoffe Sicherheitslücke: Datenpanne bei einem Drittanbieter

Bei einem der bedeutendsten Cyberangriffe der letzten Zeit in Lateinamerika behauptet eine mit Russland in Verbindung stehende Ransomware-Gruppe, 90 GB sensibler seismischer Daten und Explorationsdaten von Petrobras (Petróleo Brasileiro S.A.), dem staatlich kontrollierten brasilianischen Ölriesen, gestohlen zu haben.

Die „Everest Group“, eine weitere mit Russland in Verbindung stehende Ransomware-Bande, gab auf ihrer Dark-Web-Leak-Seite bekannt, dass sie Petrobras ins Visier genommen und Daten entwendet habe. Die Gruppe behauptet, die gestohlenen Dateien enthielten äußerst detaillierte technische Informationen, darunter Schiffspositionen, Ausrüstungskonfigurationen, Hydrofonmesswerte und Tiefenmessungen. Sie hat Petrobras sechs Tage Zeit gegeben, Kontakt aufzunehmen und zu verhandeln, bevor die Daten öffentlich veröffentlicht oder an andere Cyberkriminelle verkauft werden.

Unterdessen erklärte Petrobras, dass es keine Hinweise auf einen unbefugten Zugriff auf seine internen Systeme gebe. Das Unternehmen räumte jedoch einen Einzelfall ein, der einen seiner Dienstleister im Bereich der Exploration betraf. Nach Angaben von Petrobras hat dieser externe Zugriff keine Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb, die Kunden oder die Mitarbeiter.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Angriffe wie dieser zeigen, wie sich eine Sicherheitslücke bei einem Drittanbieter selbst auf die größten und sichersten Unternehmen auswirken kann. Wenn Anbieter sensible Daten verarbeiten oder kritische Abläufe unterstützen, werden deren Schwachstellen zu Ihren Schwachstellen. Unternehmen sollten die Sicherheitspraktiken ihrer Partner gründlich prüfen, den Datenaustausch mit externen Anbietern einschränken und den Zugriff durch Dritte kontinuierlich überwachen, um das Risiko einer indirekten Kompromittierung zu verringern.

Asien und Pazifik

LG Energy Solution

Branche: Energie und Rohstoffe Sicherheitslücke: Ransomware und Malware

LG Energy Solution, eine Tochtergesellschaft des koreanischen multinationalen Konzerns LG, hat bestätigt, dass das Unternehmen Opfer eines Ransomware-Angriffs geworden ist.

Nach Angaben des Unternehmens richtete sich der Angriff gegen eine bestimmte Niederlassung im Ausland und hatte keine Auswirkungen auf die Unternehmenszentrale oder andere Standorte weltweit. LG Energy Solution teilte mit, dass der betroffene Standort nach der Umsetzung von Wiederherstellungsmaßnahmen inzwischen wieder den normalen Betrieb aufgenommen habe. Das Unternehmen setzt die Sicherheitsüberwachung fort und führt vorsorglich eine interne Untersuchung durch.

Unterdessen hat die Ransomware-Bande „Akira“ LG Energy Solution auf ihre Veröffentlichungsseite aufgenommen und behauptet, 1,7 TB an Daten gestohlen zu haben. Die Gruppe gibt an, dass der Datensatz Unternehmensdokumente, Datenbanken mit Mitarbeiterinformationen und andere sensible Dateien enthält. Nach Angaben des Federal Bureau of Investigation (FBI) hat „Akira“ bis heute bereits mehr als 244 Millionen US-Dollar an Ransomware-Einnahmen angehäuft.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Das Zahlen eines Lösegelds ist niemals eine sichere Option. Ransomware-Gruppen kehren oft zurück, um ihre Opfer erneut zu erpressen, und eine Zahlung garantiert nicht, dass gestohlene Daten später nicht missbraucht werden. Es ist weitaus sicherer, in wirksame Präventionsmaßnahmen und eine zuverlässige Wiederherstellungsstrategie zu investieren, als darauf zu vertrauen, dass Kriminelle ihre Versprechen einhalten.

Nordamerika

Die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Guanajuato

Branche: Regierung und öffentlicher Sektor Sicherheitslücke: Ransomware und Malware

Ransomware dominiert erneut die wichtigsten Cyber-Schlagzeilen der Woche. Die Generalstaatsanwaltschaft des mexikanischen Bundesstaates Guanajuato bestätigte einen Ransomware-Angriff, zu dem sich die APT-Gruppe „Tekir“ bekannt hat.

Der Angriff begann am 8. November, als die digitale Infrastruktur der Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Guanajuato zusammenbrach, nachdem ihre Server böswillig verschlüsselt worden waren. Durch den Vorfall fiel das gesamte Netzwerk aus, sodass zahlreiche Abteilungen auf manuelle Arbeitsabläufe zurückgreifen mussten. Infolgedessen kam es landesweit zu erheblichen Verzögerungen bei der Opferhilfe, der Dokumentenbearbeitung und den Verwaltungsabläufen.

Die Angreifer geben an, mehr als 250 GB vertraulicher Informationen gestohlen zu haben. Berichten zufolge umfassen die entwendeten Dateien amtliche Ausweisdokumente, interne Korrespondenz und vertrauliche Gerichtsunterlagen – was ernsthafte Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Integrität laufender Ermittlungen aufkommen lässt.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Ransomware kann kritische Systeme ohne Vorwarnung lahmlegen und damit den gesamten Betriebsablauf stören. Unternehmen benötigen robuste Pläne zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs sowie gründlich getestete Ausweichabläufe, um den fortlaufenden Betrieb auch dann zu gewährleisten, wenn wichtige Systeme ausfallen.

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