Die 10 größten Cybersicherheitsbedrohungen im Jahr 2020
Wenn wir gerade nicht über die COVID-19-Pandemie sprechen oder nachdenken, dann sprechen oder denken wir über Cyberangriffe. Es ist vielleicht interessant festzustellen, dass diese beiden Dinge viel gemeinsam haben:
- Beides sind im Grunde genommen Pandemien. Genau wie der Ausbruch des Coronavirus finden auch Cyberangriffe weltweit statt und ereignen sich alle paar Sekunden.
- Genau wie sich das Coronavirus von Mensch zu Mensch verbreitet, kann sich auch Cybersicherheits-Malware rasch von Computer zu Computer und von Netzwerk zu Netzwerk ausbreiten.
- Cyberangriffe können Ihr Unternehmen zum Erliegen bringen – genau wie es derzeit die Coronavirus-Pandemie bei Unternehmen überall tut.
Hier sind die zehn größten Cybersicherheitsbedrohungen, denen Unternehmen im Jahr 2020 ausgesetzt sind:
Phishing-Angriffe
Bei Phishing-Betrugsversuchen werden in der Regel Social-Engineering-Methoden eingesetzt, um Anmeldedaten von Nutzern zu stehlen – sowohl für Angriffe auf lokale Systeme als auch für Angriffe auf Cloud-Dienste.
Wussten Sie, dass fast 78 Prozent der Cyberspionagevorfälle im Jahr 2019 mit Phishing in Verbindung standen?1 Diese Zahl dürfte 2020 jedoch noch steigen, da Phishing-Versuche mittlerweile nicht mehr über herkömmliche E-Mails, sondern über Cloud-Anwendungen gestartet werden. Das bedingungslose Vertrauen, das Nutzer in die Cloud-Umgebungen ihres Arbeitgebers setzen, macht sie ungewollt anfälliger für Phishing-Taktiken.
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Endpunktsicherheit für Remote-Mitarbeiter
Remote-Mitarbeiter arbeiten oft ohne jegliche Sicherheit am Netzwerkperimeter und lassen damit einen entscheidenden Bestandteil einer mehrschichtigen Cybersicherheitsstrategie außer Acht. Hinzu kommt, dass mobile Geräte häufig Anzeichen für potenzielle Phishing-Angriffe und andere Cybersicherheitsbedrohungen verschleiern können. Vor diesem Hintergrund prognostizieren die Sicherheitsexperten von WatchGuard, dass im Jahr 2020 25 Prozent aller Datenlecks mit externen Ressourcen, mobilen Geräten und Telearbeitern in Verbindung stehen werden.
Cloud-Jacking
Cloud Jacking dürfte sich im Jahr 2020 aufgrund der zunehmenden Abhängigkeit von Unternehmen vom Cloud-Computing zu einer der größten Bedrohungen für die Cybersicherheit entwickeln. Laut dem Sophos-Bedrohungsbericht 2020 werden Fehlkonfigurationen die Ursache für einen Großteil der Vorfälle sein.
Trend Micro prognostiziert, dass Code-Injection-Angriffe – entweder direkt auf den Code oder über eine Bibliothek eines Drittanbieters – verstärkt gegen Cloud-Plattformen eingesetzt werden. Diese Angriffe – darunter Cross-Site-Scripting und SQL-Injection – werden durchgeführt, um in der Cloud gespeicherte sensible Dateien und Daten auszuspähen, die Kontrolle darüber zu erlangen und sie sogar zu verändern. Alternativ werden Angreifer schädlichen Code in Bibliotheken von Drittanbietern einschleusen, die Nutzer unwissentlich herunterladen und ausführen.
Wie im Blogbeitrag „Cybersecurity Predictions and Trends 2020“ von Forcepoint dargelegt, sehen typische Modelle der geteilten Verantwortung bei Anbietern öffentlicher Clouds vor, dass Cloud-Dienstleister für den Schutz der Infrastruktur zuständig sind, während der Kunde für den Schutz seiner Daten, die Überwachung des Zugriffs, die Verwaltung von Konfigurationen, die Beobachtung ungewöhnlicher Nutzerverhalten, die Überwachung von Systemschwachstellen und die Installation von Patches verantwortlich ist. Ein Großteil der Sicherheitsverantwortung liegt also bei den Kunden.
IoT-Geräte
Einem Bericht von Fortune Business zufolge dürfte der Markt für das Internet der Dinge (IoT) bis 2026 auf 1,1 Billionen US-Dollar anwachsen. Es versteht sich von selbst, dass diese weit verbreitete Nutzung von IoT-Geräten eine größere Anzahl immer komplexerer Cybersicherheitsbedrohungen mit sich bringen wird. Zudem könnte eine ernsthafte Bedrohung für das Internet der medizinischen Dinge (IoMT) entstehen, die zu einer schwerwiegenden Gesundheitskrise im Internet führen könnte.
Die Tatsache, dass sich die meisten neuen IoT-Geräte noch in den Kinderschuhen befinden, bedeutet, dass Cyberkriminelle eine wesentlich größere Angriffsfläche vorfinden, um die mit diesen neuen Technologien verbundenen Schwachstellen auszunutzen. Zudem ist es äußerst schwierig, Cybersicherheitsstrategien zu entwickeln, die mit der rasanten Zunahme neuer IoT-Geräte Schritt halten können.
Ausgeklügelte und gezielte Ransomware-Angriffe
Ransomware-Angriffe sind seit einigen Jahren ein großes Problem für Unternehmen. Der Grund dafür, dass sich Ransomware so lange gehalten hat, liegt darin, dass Angreifer damit relativ einfach verheerende Auswirkungen erzielen können. Ransomware-Kits sind spottbillig und im Dark Web leicht erhältlich.
Im Jahr 2020 wird es zu hochentwickelten und gezielten Ransomware-Angriffen kommen. John Fokker, Leiter der Cyber-Ermittlungen bei McAfee, prognostiziert, dass sich die Ransomware-Unterwelt wahrscheinlich konsolidieren wird, was zur Entstehung von weniger, aber dafür leistungsstärkeren „Malware-as-a-Service“-Familien führen wird, die miteinander kooperieren werden.2
Er fügt hinzu, dass die einflussreichsten Ransomware-Marken, die Affiliate-Strukturen nutzen, um ihre Bedrohung noch schwerwiegender zu machen, weiterhin bestehen bleiben werden. Dies gibt Anlass zu großer Sorge, da die Folgen eines einzigen Ransomware-Angriffs für kleine und mittelständische Unternehmen extrem schädlich sein können und zu exorbitanten Kosten im Zusammenhang mit Ausfallzeiten und der Wiederherstellung führen können.
Deepfakes
Ein Deepfake bezeichnet den Einsatz von maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz (KI) zur Manipulation eines vorhandenen Bildes oder Videos einer Person, um eine Handlung darzustellen, die in Wirklichkeit nicht stattgefunden hat. Es gibt zahlreiche Spekulationen darüber, dass Deepfakes sich letztendlich zu einer erheblichen Bedrohung für die Cybersicherheit entwickeln könnten, da sie für böswillige Zwecke genutzt werden könnten.
Es besteht beispielsweise die Möglichkeit, dass Deepfake-Techniken eingesetzt werden, um die US-Präsidentschaftswahlen 2020 zu manipulieren. Möglicherweise werden wir auch mit anderen Cybersicherheitsbedrohungen konfrontiert, wie dem Einsatz von Deepfakes zur Begehung von Betrug mittels künstlich erzeugter Identitäten sowie dem Aufkommen von „Deepfake-as-a-Service“-Anbietern. 2020 könnte zudem das Jahr sein, in dem Deepfakes zu überzeugenderen Phishing-Betrugsversuchen führen als je zuvor, was Unternehmen letztlich Milliarden von Dollar kosten könnte.
Mobile Malware
Da immer mehr Nutzer nach und nach von ihren Desktop-Betriebssystemen auf ihre Mobilgeräte umsteigen, wächst die Menge der auf diesen Geräten gespeicherten Geschäftsdaten von Tag zu Tag. Mobile Malware ist bösartige Software, die speziell auf Betriebssysteme von Mobiltelefonen abzielt. Da immer mehr wichtige und sensible Aufgaben auf Smartphones erledigt werden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis mobile Malware zu einem der größten Probleme im Bereich der Cybersicherheit wird.
Sicherheitslücken bei der 5G-zu-WLAN-Verbindung
Angesichts des Fachkräftemangels im Bereich Cybersicherheit und der zunehmenden Raffinesse von Cyberangriffen ist es für Unternehmen wichtiger denn je, neue Wege zur Verbesserung der Sicherheit zu finden. Angreifer werden zweifellos neue Schwachstellen beim Übergang von 5G zu WLAN aufdecken. Mit dem raschen Ausbau der 5G-Netze leiten Mobilfunkbetreiber immer mehr Anrufe und Daten an WLAN-Netze weiter, um Bandbreite zu sparen. Die Software-Schwachstellen in diesem Übergangsprozess bieten Hackern die Möglichkeit, die Sicherheit zu untergraben.
Da 5G derzeit in weitläufigen öffentlichen Bereichen wie Flughäfen, Einkaufszentren und Hotels eingeführt wird, werden die Sprach- und Dateninformationen der Nutzer auf ihren Mobilfunkgeräten über WLAN-Zugangspunkte übertragen. Zwar verfügen Mobilgeräte über integrierte Funktionen, um nahtlos und automatisch zwischen Mobilfunk- und WLAN-Netzwerken zu wechseln, doch haben Sicherheitsforscher bereits eine Reihe von Schwachstellen in diesem Übergangsprozess identifiziert. Es ist sehr wahrscheinlich, dass im Jahr 2020 neue, kritische Sicherheitslücken beim Übergang von 5G zu WLAN aufgedeckt werden.3
Bedrohungen durch Insider
Der „Verizon Data Breach Investigations Report“ (DBIR) aus dem Jahr 2019 zeigt, dass 34 Prozent der Datenschutzverletzungen auf interne Akteure zurückzuführen sind. Zu den Insider-Bedrohungen zählen nicht nur böswillige Angriffe, sondern auch die fahrlässige Nutzung von Systemen und Daten durch Mitarbeiter.
Um sich vor diesen Bedrohungen zu schützen, müssen Unternehmen Probleme, die auf Angriffe von Insidern hindeuten könnten, schnell und präzise erkennen, untersuchen und darauf reagieren. Herkömmliche Antiviren- und Anti-Malware-Tools (AV/AM) sind gegen diese Bedrohungen in der Regel wirkungslos. Für Insider-Bedrohungen sind spezielle Tools erforderlich.
Diese Tools erkennen Insider-Bedrohungen durch die Überwachung folgender Bereiche:
- Unbefugte Anmeldungen
- Auf gesperrten Computern installierte neue Apps
- Benutzer, denen kürzlich Administratorrechte für ein Gerät gewährt wurden
- Neue Geräte in eingeschränkten Netzwerken und vieles mehr.
Diese Tools können maschinelles Lernen und intelligente Tagging-Verfahren kombinieren, um ungewöhnliche Aktivitäten, verdächtige Änderungen und Bedrohungen zu erkennen, die durch Fehlkonfigurationen des Systems verursacht werden.
Sicherheitslücken und Sicherheitsverletzungen bei Anwendungsprogrammierschnittstellen (API)
Eine aktuelle Studie von Imperva zeigt, dass die Sicherheitsvorkehrungen für Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) in den meisten Unternehmen heute in der Regel hinter der Sicherheit von Webanwendungen zurückbleibt. Zudem stellen mehr als zwei Drittel der Unternehmen ihre APIs ohne Weiteres der Öffentlichkeit zur Verfügung, um externen Entwicklern und Partnern den Zugang zu ihren App-Ökosystemen und Softwareplattformen zu ermöglichen.
Da die Abhängigkeit von APIs zunimmt, werden API-basierte Sicherheitsverletzungen im Jahr 2020 an Bedeutung gewinnen. Dies wird negative Auswirkungen auf viel genutzte Anwendungen in den Bereichen Finanzwesen, Messaging, Peer-to-Peer und soziale Medien haben. Da immer mehr Unternehmen APIs für ihre Anwendungen einsetzen, wird sich die API-Sicherheit als das schwächste Glied erweisen, was zu cloud-nativen Bedrohungen führen und die Daten sowie die Privatsphäre der Nutzer gefährden könnte.
Praktische Strategien zur Verbesserung der IT-Sicherheit:
- Automatisieren Sie das Patch- und Schwachstellenmanagement, um Ihre Systeme auf dem neuesten Stand zu halten und vor potenziellen Cyberbedrohungen zu schützen
- Erstellen Sie Backups Ihrer Systeme und SaaS-Anwendungsdaten, um eine effiziente und schnelle Wiederherstellung nach Ransomware- und anderen Angriffen zu gewährleisten
- Setzen Sie fortschrittliche AV/AM-Lösungen ein, die Endpoint Detection and Response (EDR) bieten und die Sicherheit Ihrer Systeme gewährleisten
- Stellen Sie sicher, dass jeder Laptop oder jedes Gerät, das das Büro verlässt, über eine umfassende Palette an Sicherheitsdiensten verfügt, darunter unter anderem eine lokale Firewall, erweiterter Malware-Schutz, DNS-Filterung, Festplattenverschlüsselung und Multi-Faktor-Authentifizierung.
- Erstellen Sie einen Plan für die Reaktion auf Sicherheitsvorfälle. Sollte es zu einer Sicherheitsverletzung kommen, benötigen Sie einen soliden Aktionsplan, um den Vorfall effizient zu bewältigen und Ihr Unternehmen mit möglichst geringem Schaden und so schnell wie möglich wieder auf die Beine zu bringen. Der Plan sollte eine Kommunikationsstrategie für interne und externe Interessengruppen enthalten, darunter Kunden, Investoren und andere. Je besser Sie sich im Voraus vorbereiten, desto besser sind Sie für den Umgang mit einer Krise gerüstet.
Laden Sie unsere Infografik „7 beunruhigende Statistiken zur Cybersicherheit und Empfehlungen zur Verbesserung der Sicherheit “ herunter, um mehr zu erfahren.
Quellenangaben:
- Bericht über Untersuchungen zu Datenschutzverletzungen 2019, Verizon
- Trends in der Cybersicherheit 2019, Computerworld
- Ein vereinfachter Ansatz für mehr Sicherheit im Jahr 2020, Watchguard


