Angriffsfläche: Definition, Verwaltung und bewährte Verfahren zur Reduzierung

Was ist eine Angriffsfläche?

In einer IT-Umgebung versteht man unter einer Angriffsfläche die Gesamtheit aller potenziellen Punkte oder Angriffsvektoren, über die ein unbefugter Benutzer bzw. Angreifer unbefugten Zugriff auf ein System erlangen und Daten daraus entnehmen kann.

Mit anderen Worten: Die Angriffsfläche umfasst alle Endpunkte und Schwachstellen, die ein Angreifer ausnutzen könnte, um einen Sicherheitsverstoß zu begehen. Daher gilt es als bewährte Sicherheitspraxis, die Angriffsfläche so klein wie möglich zu halten, um das Risiko eines unbefugten Zugriffs oder von Datendiebstahl zu verringern.

Was ist der Unterschied zwischen Angriffsfläche und Angriffsvektor?

Wie bereits erwähnt, umfasst die Angriffsfläche alle Berührungspunkte in Ihrem Netzwerk, über die ein Angreifer versuchen kann, sich unbefugten Zugriff auf Ihre Software, Hardware, Ihr Netzwerk und Ihre Cloud-Komponenten zu verschaffen.

Ein Angriffsvektor hingegen ist die konkrete Methode, mit der der Angreifer in ein System oder Netzwerk eindringt oder dieses kompromittiert. Zu den gängigen Beispielen für [Angriffsvektoren](/blog/attack-vectors/#:~:text=Ein Angriffsvektor bezeichnet,Menschen dazu zu bringen, Sicherheitsvorkehrungen zu unterlaufen.) zählen kompromittierte Zugangsdaten, Ransomware, böswillige Insider, Man-in-the-Middle-Angriffe sowie unzureichende oder fehlende Verschlüsselung.

Was ist ein Beispiel für eine Angriffsfläche?

Nachdem Sie nun wissen, was eine Angriffsfläche ist, wollen wir uns einige gängige Beispiele ansehen. Zu den gängigen Beispielen für Angriffsflächen zählen Software, Webanwendungen, Betriebssysteme, Rechenzentren, Mobilgeräte und IoT-Geräte, Webserver und sogar physische Kontrollelemente wie Schlösser.

Arten von Angriffsflächen

Angriffsflächen lassen sich in digitale und physische Angriffsflächen unterteilen. Sowohl digitale als auch physische Angriffsflächen sollten in ihrer Größe begrenzt werden, um sie vor anonymem, unbefugtem öffentlichem Zugriff zu schützen.

Was ist eine digitale Angriffsfläche?

Wie der Name schon sagt, umfasst die digitale Angriffsfläche alle digitalen Berührungspunkte, die als Einstiegspunkt für unbefugten Zugriff auf Ihre Systeme und Ihr Netzwerk dienen könnten. Dazu gehören Codes, Server, Anwendungen, Ports, Websites und unbefugte Systemzugangspunkte. Alle Schwachstellen, die durch schwache Passwörter, ungeschützte Anwendungsprogrammierschnittstellen, schlecht gewartete Software oder mangelhafte Programmierung entstehen, sind Teil der digitalen Angriffsfläche.

Alles, was sich außerhalb der Firewall befindet und über das Internet zugänglich ist, ist Teil der digitalen Angriffsfläche. Für Cyberkriminelle ist es oft einfacher, sich durch Ausnutzung von Schwachstellen in der Cybersicherheit unbefugten Zugriff auf Ihre Systeme zu verschaffen, als über physische Angriffsflächen.

Digitale Angriffsflächen können drei verschiedene Arten von Ressourcen umfassen:

Unbekannte Ressourcen – Diese Ressourcen, die oft als „Orphaned IT“ oder „Shadow IT“ bezeichnet werden, liegen außerhalb des Zuständigkeitsbereichs Ihres IT-Sicherheitsteams und umfassen alles von von Mitarbeitern installierter Software bis hin zu Marketing-Seiten und in Vergessenheit geratenen Websites.

Bekannte Ressourcen – Dazu gehören verwaltete und inventarisierte Ressourcen wie Unternehmensserver, Websites und die darauf ausgeführten Abhängigkeiten.

Unzulässige digitale Ressourcen – Jede von Angreifern geschaffene bösartige Infrastruktur, wie beispielsweise eine durch Tippfehler eroberte Domain, eine mobile App oder eine Website, die sich als Ihr Unternehmen ausgibt oder Malware enthält, fällt unter die Kategorie der unzulässigen digitalen Ressourcen.

Was ist eine physische Angriffsfläche?

Im Gegensatz zur digitalen Angriffsfläche umfasst die physische Angriffsfläche die gesamte Hardware sowie alle physischen Endgeräte wie Desktop-Computer, Tablets, Notebooks, Drucker, Switches, Router, Überwachungskameras, USB-Anschlüsse und Mobiltelefone. Mit anderen Worten: Eine physische Angriffsfläche ist eine Sicherheitslücke innerhalb eines Systems, auf die ein Angreifer physisch zugreifen kann, um einen Angriff zu starten und sich Zugang zu Ihren Systemen und Netzwerken zu verschaffen.

Im Gegensatz zu einer digitalen Angriffsfläche kann eine physische Angriffsfläche auch dann ausgenutzt werden, wenn ein Gerät nicht mit dem Internet verbunden ist. Physische Angriffsflächen werden in der Regel durch Insider-Bedrohungen mit leichtem Zugriff ausgenutzt, beispielsweise durch Eindringlinge, die sich als Servicemitarbeiter ausgeben, durch BYOD-Geräte oder nicht vertrauenswürdige Geräte in sicheren Netzwerken, durch Social-Engineering-Taktiken oder durch unredliche Mitarbeiter.

Management der Angriffsfläche

Unter „Attack Surface Management“ (ASM) versteht man den Prozess, der die kontinuierliche Erfassung, Klassifizierung, Bestandsaufnahme, Sicherheitsüberwachung und Priorisierung aller externen digitalen Ressourcen innerhalb Ihrer IT-Umgebung ermöglicht, in der sensible Daten gespeichert, verarbeitet und übertragen werden. Das Attack Surface Management umfasst alles außerhalb der Firewall, was Cyberkriminelle entdecken und ausnutzen können bzw. werden, um einen Angriff zu starten.

Zu den wichtigen Aspekten, die bei der Umsetzung eines Angriffsflächenmanagements zu berücksichtigen sind, gehören:
• Die Komplexität, Breite und der Umfang Ihrer Angriffsfläche
• Ihr Bestandsverzeichnis der Ressourcen
• Ihre Angriffsvektoren und potenziellen Schwachstellen
• Möglichkeiten, Ihr Netzwerk vor Cyberangriffen und Sicherheitsverletzungen zu schützen

Warum ist das Angriffsflächenmanagement wichtig?

Angesichts der rasanten Entwicklung von Cyberangriffen wird es für Hacker immer einfacher, umfassende, automatisierte Erkundungsmaßnahmen durchzuführen, um die Angriffsfläche des Ziels bis ins Detail zu analysieren. Das Angriffsflächenmanagement ist eine wirksame Strategie, um Ihre digitalen und physischen Angriffsflächen vor potenziellen Cyberangriffen zu schützen – durch kontinuierliche Transparenz hinsichtlich Ihrer Sicherheitslücken und deren schnelle Behebung, bevor sie von Angreifern ausgenutzt werden können.

Das Angriffsflächenmanagement trägt dazu bei, das Risiko potenzieller Cyberangriffe zu mindern, die unter anderem durch unbekannte Open-Source-Software, veraltete und anfällige Software, menschliches Versagen, vom Anbieter verwaltete Ressourcen, das Internet der Dinge (IoT), Legacy- und Schatten-IT-Ressourcen sowie Verstöße gegen das geistige Eigentum entstehen können. Das Angriffsflächenmanagement ist für folgende Bereiche unerlässlich:

Erkennung von Fehlkonfigurationen

Das Attack-Surface-Management ist erforderlich, um Fehlkonfigurationen im Betriebssystem, in den Website-Einstellungen oder in der Firewall zu erkennen. Es ist zudem hilfreich, um Viren, veraltete Software bzw. Hardware, schwache Passwörter und Ransomware aufzudecken, die als Einfallstore für Angreifer dienen könnten.

Schutz von geistigem Eigentum und sensiblen Daten

Das Attack-Surface-Management trägt zum Schutz von geistigem Eigentum und sensiblen Daten bei und mindert die mit Schatten-IT-Ressourcen verbundenen Risiken. Es hilft dabei, alle Versuche, sich unbefugten Zugriff zu verschaffen, zu erkennen und zu unterbinden.

Wie verwaltet man eine Angriffsfläche?

Die [Schritte oder Phasen des Attack-Surface-Managements](https://www.upguard.com/blog/attack-surface-management#:~:text=Attack-Surface-Management (ASM) ist, sensible Daten zu übertragen oder zu verarbeiten.) sind zyklisch und fortlaufend. Sie können von Organisation zu Organisation variieren. Die grundlegenden Schritte, die in der Regel für alle Organisationen einheitlich sind, lauten jedoch wie folgt:

  1. Erfassung: Die Erfassung ist der erste Schritt jeder Lösung zum Angriffsflächenmanagement. In diesem Schritt erfassen Sie alle mit dem Internet verbundenen digitalen Ressourcen, die Ihre geschäftskritischen Daten wie Geschäftsgeheimnisse, geschützte Gesundheitsdaten (PHI) und personenbezogene Daten (PII) verarbeiten oder enthalten, bzw. verschaffen sich einen umfassenden Überblick darüber.
  2. Bestandsaufnahme: Auf die Erfassung folgt in der Regel eine Bestandsaufnahme der digitalen oder IT-Ressourcen, bei der diese entsprechend ihrer geschäftlichen Bedeutung, ihrer technischen Eigenschaften und Merkmale, ihrer Art, ihres Eigentümers oder der Compliance-Anforderungen gekennzeichnet und zugeordnet werden.
  3. Klassifizierung: Bei der Klassifizierung werden Ressourcen und Schwachstellen entsprechend ihrer Priorität in Kategorien eingeteilt bzw. zusammengefasst.
  4. Überwachung: Als einer der wichtigsten Schritte im Angriffsmanagement ermöglicht Ihnen die Überwachung, Ihre Ressourcen rund um die Uhr im Blick zu behalten, um neu entdeckte Compliance-Probleme, Fehlkonfigurationen, Schwachstellen und Sicherheitslücken zu erkennen.

Reduzierung der Angriffsfläche

Die Verringerung der Angriffsfläche ist eines der grundlegenden Ziele aller IT-Fachleute. Dazu gehören die regelmäßige Bewertung von Schwachstellen, die Überwachung von Anomalien und die Absicherung von Schwachstellen.

Warum ist die Verringerung der Angriffsfläche wichtig?

Durch die Minimierung Ihrer Angriffsfläche können Sie die potenziellen Einstiegspunkte für Cyberkriminelle, über die diese einen Angriff starten könnten, erheblich reduzieren. Während das Management der Angriffsfläche unerlässlich ist, um aktuelle und zukünftige Risiken zu identifizieren, ist die Reduzierung der Angriffsfläche entscheidend, um die Anzahl der Einstiegspunkte zu minimieren und die Sicherheitslücken zu verringern, die ein Cyberkrimineller für einen Angriff ausnutzen könnte.

Was sind bewährte Verfahren zur Verringerung der Angriffsfläche?

Werfen wir einen Blick auf einige der wichtigsten Best Practices, die Ihnen dabei helfen werden, die Angriffsfläche effizient zu reduzieren.

Setzen Sie auf Zero Trust

„Zero Trust“ bedeutet, dass keinem Benutzer der Zugriff auf kritische Unternehmensressourcen gewährt werden sollte, solange seine Identität und die Sicherheit seines Geräts nicht nachgewiesen wurden. Dadurch wird die Anzahl der Angriffspunkte reduziert, da sichergestellt wird, dass nur autorisierte Benutzer Zugriff auf Unternehmenssysteme und -netzwerke haben.

Komplexität minimieren

Reduzieren Sie die Komplexität Ihrer IT-Umgebung, indem Sie unnötige bzw. ungenutzte Geräte und Software deaktivieren und die Anzahl der Endgeräte verringern, um Ihr Netzwerk zu vereinfachen.

Regelmäßig scannen

Die regelmäßige Durchführung von Netzwerkscans ist eine wirksame Methode, um potenzielle Schwachstellen und Sicherheitslücken schnell zu erkennen. Ein vollständiger Überblick über die Angriffsfläche ist entscheidend, um Probleme in lokalen und Cloud-Netzwerken zu vermeiden und sicherzustellen, dass nur autorisierte Benutzer darauf zugreifen können.

Zugriff verwalten

Mitarbeiter treten in Unternehmen ein und scheiden wieder aus. Es ist unerlässlich, alle Netzwerkzugriffsrechte zu entziehen, sobald ein Benutzer das Unternehmen verlässt.

Authentifizierungsprotokolle verschärfen

Die Absicherung Ihrer Authentifizierungsrichtlinien ist ein wesentlicher Bestandteil der Reduzierung der Angriffsfläche. Neben dem Einsatz einer starken mehrstufigen Authentifizierung zusätzlich zu den Zugriffsprotokollen müssen Sie auch rollenbasierte oder attributbasierte Zugriffskontrollen nutzen, um sicherzustellen, dass die Daten nur autorisierten Benutzern zugänglich sind.

Teilen Sie Ihr Netzwerk in Segmente auf

Eine weitere bewährte Methode zur Verringerung der Angriffsfläche besteht darin, Ihr Netzwerk durch den Einsatz weiterer Firewalls zu segmentieren und es Hackern so zu erschweren, schnell Zugang zu Ihren Systemen zu erlangen. Mit der richtigen Segmentierung können Sie Sicherheitsmaßnahmen erfolgreich bis auf den einzelnen Benutzer oder Rechner herunterbrechen.

Angriffsflächen mit Kaseya verwalten und reduzieren

Mit dem umfassenden Lösungsangebot von Kaseya können Sie Ihre IT-Infrastruktur sicherheitstechnisch absichern, indem Sie Ihre Angriffsflächen reduzieren und verwalten. Mit VSA, dem leistungsstarken Endpunktmanagement-Tool von Kaseya, können Sie alle Ihre Geräte – sowohl innerhalb als auch außerhalb des Netzwerks – über eine zentrale Oberfläche überwachen, verwalten und schützen. So reduzieren Sie Ihre Angriffsflächen und schließen etwaige Sicherheitslücken in Ihrer IT-Umgebung. Möchten Sie wissen, wie das funktioniert? Fordern Sie noch heute eine kostenlose Demo an!

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