Die Woche in den Nachrichten zu Datenschutzverletzungen

Diese Woche: Ein massiver Datenleck bei Ernst & Young sorgt weltweit für Besorgnis, LinkedIn-Nutzer sind von einer neuen Phishing-Kampagne betroffen und die Malware „PureHVNC“ breitet sich in Lateinamerika aus.

Die Woche in den Nachrichten zu Datenschutzverletzungen

Vereinigtes Königreich

Ernst & Young (EY)

Branche: Finanzwesen Sicherheitslücke: Fehlkonfiguration

Aufgrund einer schwerwiegenden Fehlkonfiguration in der Cloud sind riesige Datenmengen des britischen multinationalen Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY) offengelegt worden. Dieser Vorfall hat sich in dieser Woche zu einem der meistdiskutierten Themen in Cybersicherheitskreisen entwickelt.

Cybersicherheitsforscher entdeckten bei einem routinemäßigen Netzwerk- und Cloud-Scan 4 TB öffentlich zugänglicher EY-Daten auf Microsoft Azure. Die Datei trug die Endung .BAK, was darauf hindeutet, dass es sich um eine vollständige SQL-Server-Datenbanksicherung handelte. Die offengelegte Sicherung enthielt wahrscheinlich sensible Informationen wie Benutzerdaten, API-Schlüssel, Anmeldedaten, Authentifizierungstoken und Datenbankschemata.

Experten warnen davor, dass eine derart große Menge offengelegter Daten schwerwiegende Folgen haben könnte. Mit den heutigen automatisierten Scan-Tools hätten unzählige Angreifer die Dateien problemlos finden und darauf zugreifen können.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Dieser Vorfall zeigt, dass selbst Spitzenunternehmen in den heutigen schnelllebigen Cloud-Umgebungen Opfer einfacher Konfigurationsfehler werden können. Da Unternehmen die Einführung der Cloud immer weiter vorantreiben, ist die Absicherung cloudbasierter Daten durch angemessene Zugriffskontrollen, Konfigurationsmanagement und kontinuierliche Überwachung von entscheidender Bedeutung, um Sicherheitslücken zu vermeiden.

Vereinigte Staaten

US-Bundesbehörden

Branche: Regierung und öffentlicher Sektor Sicherheitslücke: Ransomware und Malware

Die Behörde für Cybersicherheit und Infrastruktursicherheit (CISA) hat eine dringende Warnung an Bundesbehörden herausgegeben, die sich auf eine Linux-Sicherheitslücke bezieht, die derzeit bei aktiven Ransomware-Angriffen ausgenutzt wird.

Die CISA hat eine verbindliche operative Anweisung zu CVE-2024-1086 herausgegeben, einer „Use-after-free“-Sicherheitslücke im Linux-Kernel, die es einem normalen Benutzer ermöglicht, Administratorrechte (Root-Rechte) zu erlangen. Wird diese Sicherheitslücke ausgenutzt, können Angreifer Dateien verändern, Sicherheitsmaßnahmen deaktivieren oder Schadsoftware installieren. Die Behörden haben bis zum 20. November Zeit, den erforderlichen Patch zu installieren oder die Nutzung der betroffenen Systeme einzustellen.

Obwohl die Sicherheitslücke im Januar 2024 behoben wurde, wird sie in älteren, noch nicht gepatchten Linux-Versionen weiterhin ausgenutzt. Die Sicherheitslücke, die vor fast zwei Jahren erstmals gemeldet wurde, verdeutlicht, wie verspätete Updates kritische Systeme gefährden können. Die vollständige Liste der betroffenen Versionen finden Siehier.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Dies ist eine Warnung nicht nur für Bundesbehörden, sondern für alle Organisationen. Veraltete oder nicht gepatchte Systeme sind nach wie vor ein bevorzugtes Ziel für Angreifer. Unternehmen müssen wachsam bleiben und durch rechtzeitige Patches, Schwachstellen-Scans und System-Upgrades Sicherheitslücken schließen, die Ransomware-Angreifer nur allzu gerne ausnutzen.

Vereinigte Staaten

LinkedIn-Nutzer

Branche: Technologie Sicherheitslücke: Phishing

Hacker nutzen LinkedIn aus, um Führungskräfte aus der Finanzbranche mit Phishing-Angriffen per Direktnachricht anzugreifen, die als Einladungen zur Aufnahme in Vorstände getarnt sind. Das Ziel ist es, die Anmeldedaten für Microsoft-Konten zu stehlen.

Die Phishing-Nachrichten scheinen die Empfänger dazu einzuladen, dem Vorstand eines neuen „Common Wealth“-Investmentfonds beizutreten. Jede Nachricht enthält einen Link, der die Zielgruppe dazu auffordert, mehr über diese Gelegenheit zu erfahren. Ein Klick auf den Link leitet die Nutzer jedoch auf von Angreifern kontrollierte Websites weiter, die darauf ausgelegt sind, Anmeldedaten abzugreifen.

Experten warnen LinkedIn-Nutzer, vor einer Antwort die Identität des Absenders und die Seriosität solcher Angebote zu überprüfen. Da bei vielen Phishing-Kampagnen ungewöhnliche Top-Level-Domains (TLDs) wie .top, .icu und .xyz verwendet werden, wird den Nutzern empfohlen, diese Links mit Vorsicht zu behandeln und Interaktionen mit ihnen nach Möglichkeit zu vermeiden.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

LinkedIn-Nutzer sollten wachsam sein gegenüber unaufgeforderten oder unerwarteten Nachrichten, in denen Geschäftsmöglichkeiten oder Vorstandsposten angeboten werden. Sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter sollten es vermeiden, auf Links in Direktnachrichten zu klicken, und solche Einladungen über offizielle Unternehmenskanäle überprüfen, bevor sie darauf eingehen.

Lateinamerika und die Karibik

Die Generalstaatsanwaltschaft von Kolumbien

Branche: Regierung und öffentlicher Sektor Sicherheitslücke: Ransomware und Malware

Kürzlich ist eine ausgeklügelte Phishing-Kampagne aufgetaucht, die sich gegen kolumbianische und spanischsprachige Nutzer richtet. Im Rahmen dieser Aktion weiten die Angreifer den Einsatz der PureHVNC-Malware auf Lateinamerika aus – eine Region, in der diese Bedrohung bislang kaum oder gar nicht aktiv war.

Im Rahmen dieser Phishing-Kampagne erhalten die Opfer betrügerische E-Mails, die als offizielle Mitteilungen der kolumbianischen Generalstaatsanwaltschaft getarnt sind. Die Nachrichten nutzen überzeugende Social-Engineering-Taktiken und behaupten, der Empfänger sei in ein vor einem Arbeitsgericht angestrengtes Gerichtsverfahren verwickelt. Durch das Anklicken von Links oder das Herunterladen von Anhängen lösen die Opfer unwissentlich die Installation mehrerer Malware-Payloads aus, darunter PureHVNC.

Diese Kampagne verdeutlicht, dass Themen aus dem Justiz- und Rechtsbereich nach wie vor wirksame Social-Engineering-Taktiken darstellen, insbesondere wenn sie sich gegen Regierungsbeamte und Unternehmensmitarbeiter in Lateinamerika richten.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Phishing-Kampagnen nutzen häufig Themen wie Autorität und Dringlichkeit aus, um Nutzer zu einer Handlung zu verleiten. Mitarbeiter sollten darin geschult werden, verdächtige Nachrichten mit juristischem oder behördlichem Bezug zu erkennen und deren Echtheit zu überprüfen, bevor sie darauf reagieren. Regelmäßige Schulungen zur Sensibilisierung für Phishing können dazu beitragen, diese Angriffe zu stoppen, bevor sie Ihr Netzwerk gefährden.

Australien

Ansell

Branche: Fertigung Sicherheitslücke: Datenpanne bei einem Drittanbieter

Clop, die berüchtigte Cyber-Erpressergruppe, die hinter mehreren vielbeachteten Datenlecks steht, hat den australischen Hersteller von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) Ansell auf ihrer Darknet-Leak-Seite als Opfer aufgeführt. Diese Behauptung kommt nur wenige Wochen, nachdem Ansell in einer Mitteilung an die australische Wertpapierbörse (ASX) einen „unbefugten Datenzugriff“ bekannt gegeben hatte.

Am 14. Oktober bestätigte Ansell, dass der Datenverstoß auf Sicherheitslücken in lizenzierter Software von Drittanbietern zurückzuführen war. Die Hacker haben nun angeblich einen 552 GB großen Datensatz veröffentlicht, der aus dem Netzwerk von Ansell entwendet worden sein soll, und teilen ihn über das Peer-to-Peer-Protokoll BitTorrent. Die am 3. November bereitgestellte Torrent-Datei wurde bereits mehrfach heruntergeladen.

Bislang haben die Hacker weder bekannt gegeben, welche Daten von dem Datenleck betroffen sind, noch haben sie Beweise für den Angriff oder eine Lösegeldforderung vorgelegt.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Datenpannen bei Drittanbietern treten immer häufiger auf, da Angreifer Schwachstellen in der Software von Anbietern und in deren Lieferketten ausnutzen. Unternehmen sollten die Sicherheitspraktiken ihrer Anbieter überprüfen, Updates umgehend installieren und den Datenaustausch mit externen Systemen einschränken. Regelmäßige Risikobewertungen bei Drittanbietern und strenge Zugriffskontrollen können die Auswirkungen solcher Vorfälle erheblich verringern.

Vereinigte Staaten

Windows- und macOS-Nutzer

Branche: Technologie Sicherheitslücke: Ransomware und Malware

Forscher haben aufgedeckt, dass Cyberkriminelle zunehmend künstliche Intelligenz (KI) einsetzen, um ausgeklügelte Angriffe auf Nutzer von Windows- und macOS-Systemen zu entwickeln und in großem Umfang durchzuführen.

Die Kampagnen, die seit mindestens April 2025 aktiv sind, umfassen zwei große Operationen – „GhostCall“ und „GhostHire“. Bei „GhostCall“ geben sich die Angreifer als Investoren aus, die Partnerschafts- oder Finanzierungsmöglichkeiten anbieten. Sie locken die Opfer auf gefälschte Microsoft Teams- oder Zoom-Websites, um dort schädliche Dateien herunterzuladen, die ihre Computer infizieren. Bei „GhostHire“ zielen die Angreifer mit gefälschten Stellenangeboten auf Krypto-Entwickler ab und senden ihnen schädliche Links oder Dateien.

In einigen Fällen haben Angreifer sogar gestohlene Konten seriöser Unternehmer und kurze Ausschnitte aus echten Videoanrufen verwendet, um ihre Betrugsversuche überzeugender zu gestalten.

Quelle

Wie sich dies auf Ihr Unternehmen auswirken könnte

Künstliche Intelligenz macht Social-Engineering-Angriffe überzeugender und schwerer zu erkennen. Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter darin schulen, die Echtheit von Nachrichten, Besprechungen und Stellenangeboten zu überprüfen, auch wenn diese legitim erscheinen. Die Einführung strengerer Identitätsprüfungen und die Aufklärung der Nutzer über neue KI-gestützte Bedrohungen können dazu beitragen, den Erfolg solcher Betrugsversuche zu verhindern.

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